ARGENTINIEN / CHILE – Die ANDEN und weitere HIGHlights!

HÖHEpunkte im wahrsten Sinn des Wortes erwarten uns auf dieser Reise nicht nur wegen spektakulärer Landschaften und Straßen, wegen beeindruckender Erfahrungen und Begebenheiten; nein – bei der Anden-Überquerung beim Zwei-Tages-Abstecher nach Chile erreichen wir auf 4.800 Metern auch tatsächlich unseren Reise-HÖHE-punkt. Doch das wird nicht der einzige sein, auf den du dich freuen kannst …

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31.10. 2021 – Ankunft Buenos Aires:
Nach der Ankunft geht’s erstmal zum Frischmachen ins Hotel. Bis 18 Uhr sollten alle wieder soweit fit sein, dass wir uns zum Kennenlernen treffen und die erste gemeinsame Abendunternehmung „angehen“: Gemeinsames Abendessen, Vorstellungsrunde, Informationen über die kommenden Tage … – einfach gemütliches „Einsteigen“ in die Tour!

01.11.2021 – Sightseeing Buenos Aires
Sightseeing in Buenos Aires ist heute angesagt: Per Bus lassen wir uns durch die argentinische Hauptstadt kutschieren und uns die schönsten und interessantesten Flecken der Millionen-Metrople zeigen. Zu Mittag essen wir in einem angesagten Szene-Lokal und können anschließend den Nachmittag ganz nach Belieben gestalten. Abends treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Programm: Abendessen und TANGO-SHOW!

02.11.2021 – Buenos Aires – San Miguel de Tucuman:
Der Flug nach San Miguel de Tucuman steht heute ganz oben auf der Tagesordnung. Dort gut angekommen, werden wir per Shuttle ins Hotel gebracht, wo bereits unsere Motorräder auf uns warten. Die erste kleine Erkundungstour nördlich von Tucuman zeigt uns schon die ersten Offroad-Pisten sowie steile Auf- und Abfahren – alles nicht extrem, aber gerade richtig für einen gemütlichen Einstieg ins Abenteuer Argentinien. Und es ist ratsam, bereits heute damit zu beginnen, gelegentlich ein Coca-Bonbon zu lutschen oder Cocablätter zu kauen. Das hilft uns sehr dabei, die zu erwartenden Höhen ohne größere Probleme zu meistern …

03.11.2021 – San Miguel de Tucuman – Tolombon
Unmittelbar nach dem Ortsende von Tucuman geht’s in den regenwaldartigen „Dschungel“ und auf engen und holprigen Straßen 1000 Meter in die Höhe, wo wir die ersten grandiosen Ausblicke auf die Andenausläufer erwischen. Über Villa Nouges geht’s wieder auf unser Ausgangsniveau, um kurze Zeit später dem Rio la Angostura erst nach Westen und dann nach Norden zu folgen. Dichter Regenwald ist unser Begleiter, wenn wir uns erneut an den „Aufstieg“ in höhere Gefilde machen. Bei El Mollar halten wir uns links und wechseln in den Offroad-Modus, um zur Estancia Las Carreras zu kommen. Dort genehmigen wir uns erstmal eine stärkende Rast, um dann weiter bis Tafi de Valle zu fahren. Dort gelangen wir wieder auf die Hautpstraße, die uns windungsreich und zügig weiter in Höhen bringt, die wir in Europa mit dem Bike normalerweise so nicht erreichen: 2.500 bis 2.800 Meter ist hier das Normale. Es mag abgedroschen klingen, immer von spektakulären Landschaften zu sprechen, aber es ist nun mal so: immer wieder sorgen beeindruckende Panoramen, steppenartige Weiten, gebirgige Passagen und mal größere, mal kleinere Kakteenwälder für den berühmten WAU-Effekt. Und dann ist sie da, die berühmte R40 – die Routa Quarenta –, die vorerst aber fast enttäuscht: Sie ist perfekt ausgebaut, bietet super Asphalt und garantiert mit wenigen langgezogenen Kurven ein flottes Vorankommen. Allein die Landschaft in diesem breiten Tal auf etwa 1800 Metern bietet wieder spektakuläre Aussichten mit den Gebirgszügen rechts und links. Die zahlreichen Weinreben, die anscheinend Spalier für uns stehen, lassen erahnen, dass die Provinz Salta neben Mendoza zu den großen Weinanbauregionen im Norden Argentiniens zählt. Eine Bestätigung unserer Ahnung erhalten wir am Abend in unserem Hotel: Das Altalaluna geht mit seinem parkähnlichen Garten quasi über in den hauseigenen Weinberg und bietet in eben diesem Garten ein wunderschönes Ambiente für das köstliche Abendessen mit den vorzüglichen hauseigenen Weinen.

04.11.2021 – Tolombon – Cachi
Und heute geht’s richtig los: hinter Cafayate hört der Asphalt schlagartig auf und die Ruta Quarenta beginnt mit leicht sandigen Passagen, uns Versprechungen und Hoffnungen zu machen; Versprechungen, wofür die R40 bekannt und berühmt ist: spektakuläre Straßenführung mit mindestens ebensolch spektakulärer Landschaft! Und nun ist sie bereit, von uns bestaunt zu werden! Farbenprächtige Felsformationen in tiefem Rot und hellem Grau begleiten uns ebenso wie das staubtrockene Flussbett des Rio Calchaqui. „Mondlandschaft“ fällt einem unwillkürlich bei dieser Szenerie ein und wir können uns quasi als Astronauten fühlen, die ihre Spuren in die Piste gravieren. Wir werden staunen über immer wieder auftauchende Siedlungen mit zwei, drei, vier Häusern und einer Kapelle und fragen uns – wovon leben die Leute hier wohl, allein vom Glauben …? Vielleicht treffen wir ja jemand, der uns darauf eine Antwort geben kann. Ganz unmerklich gewinnen wir stetig an Höhe und bewegen uns permanent zwischen 1500 und 2000 Metern über NN. Und wir tun gut daran, die Kraft der gleißenden Sonne nicht zu unterschätzen und uns ausreichend mit Wasser zu versorgen. Besonders wenn wir am markantesten und wohl wirklich spektakulärsten Punkt der Route, der Quebrada de las Flechas – was soviel wie die Schlucht der Pfeile bedeutet, einen Stopp für diverse Fotosessions einlegen. Und der Name passt durchaus, bildet doch dieser „Unfall der Natur“ – wie es ein Amerikanischer Geologe ausdrückte – tatsächlich eine Art Ansammlung schräg in den Himmel weisender Pfeile. Egal, wie wir es nennen wollen – es ist wirlich einfach atemberaubend und mehr als nur ein Foto wert … Die weiteren etwa 80 Kilometer können aber auch noch mit sagenhafter Landschaft, abwechslungsreicher Routenführung und Fahrspaß aufwarten. Einzig die Wellblechpiste mindert vor allem in einigen engen Kurven das Fahrvergnügen, das uns aber mit Sicherheit im gesamten Tagesablauf mehr als nur ein verschämtes Grinsen ins Gesicht geschnitzt hat: Im hochkomfortablen Hotel in Cachi ist daraus wahrscheinlich ein breites, zufriedenes Grinsen geworden – und das sicherlich auch wegen des kulinarischen Angebots!

05.11.2021 – Cachi – Salta
Wir verlassen Cachi – immer noch auf der R40, verlassen aber auch diese nach kurzer Zeit und „schlagen“ uns nach rechts in Richtung Parque Nacional los Cardones. Um ihn zu erreichen bzw. zu durchqueren, schwingen wir auf klasse ausgebauter Asphaltstraße in die Höhe und holen uns einen neuen „Höhenrekord“: Diese Hocheben liegt etwas über 3200 Meter und wir werden mit Sicherheit einge wilde Lamas, Alpacas oder Guanacos entdecken. Beim Aussichtspunkt am Cuesta del Obispo sind es sogar knapp 3.300! Unmittelbar danach stürzt sich die Straße aber auch schon wieder in die Tiefe: zunächst noch asphaltiert, dann aber mehr und mehr mit Schlaglöchern bedacht und schließlich komplett im Offroad-Modus schlängelt sich die Streckenführung der steilen Bergflanke folgend nach unten. Das Kurvengeschlängel setzt sich am Talgrund fort, muss sich die Straße doch zwischen dem Rio de Escoipe und den ihn begrenzenden Bergflanken ihren Platz suchen. Das tut sie in etwa die nächsten 100 Kilometer weiter spektakulär und wartet immer wieder mit überraschenden Ausblicken hinter einer Biegung oder einer Kuppe auf. Bevor wir uns endgültig nach Salta bewegen, bauen wir bei El Carill noch einen Schlenker nach Süden ein. Dort wartet das nächste fahrerische Zuckerl auf uns. Von Coronel Moldes führt die Straße nach Osten und bietet uns am Ufer des Dique Cabra Corral auf etwa 25 Kilometern eine Kurve nach der anderen. Da wir im namensgebenden Ort Cabra Corral umkehren müssen, haben wir auf dem Rückweg nochmal den gleichen Spaß. Der wird höchstens unterbrochen durch einen kleinen Mittags- oder Kaffeestopp im direkt am Ufer gelegenen Hotel del Dique. Die verbleibenden 80 Kilometer bis nach Salta lassen wir’s gemütlich laufen und bereiten uns auf den etwas anderen Verkehr einer argentinischen Großstadt vor. Das ist für uns aber alles kein Problem, denn trotz aller chaotischen Anmutung des Treibens, gibt es eine nicht zu erklärende Ordnung, in die wir ganz schnell und easy integriert sind.

06.11.2021 – Salta – Huacalera
Trotz der Größe der Stadt haben wir sie heute schell hinter uns gelassen und tauchen bald ein in das urwaldartige Grün der „alten“ Routa 9. Die ehemalige Hauptverbindungsstraße zwischen Salta und der Provinz JuJuy im Norden ist schmal, mit sehr engen Kurvenradien und bietet aufgrund dessen und der extrem üppigen Vegetation kaum freies Sichtfeld auf die kommenden Passagen. Das heißt für uns, dass wir selten schneller als 50 km/h fahren können, aber dank der extremen Straßenführung wahrlich nahezu dem „Kurvenrausch“ erliegen. Bei
San Salvador de Jujuy begeben wir uns wieder auf die „normale“ Hauptstraße und cruisen nach Norden. Begleitet werden wir auf unserer Fahrt zur Rechten vom Rio Grande, zur Linken von den Bergketten, die uns die Nähe der Anden spüren lassen. Wir spüren dagen kaum, dass wir uns permanent in Höhen um die 2.500 Meter bewegen. In Huacalera sollten wir unser Hotel beziehen, vielleicht eine Kleinigkeit essen und uns relativ schnell wieder auf die Socken machen. Ein weiterer Höhepunkt – diesmal in zweifacher Hinsicht – wartet auf uns: der Mirador Hornocal o Cerro de 14 Colores – der Aussichtspunkt am „Hügel der 14 Farben“ ist unser Ziel. Dazu schwenken wir in Humahuaca (immerhin auch schon auf 2.900 Metern) von der Hauptstraße nach rechts ab und begeben uns stetig in weiten, teils holprigen aber meist gut zu fahrenden Offroad-Serpentinen hoch hinauf. Nach 25 Kilometern und auf 4.300 Metern wird unser Höhendrang mit einem Stopp am berühmten Aussichtspunkt gebremst. Warum berühmt sehen wir unmttelbar – vorausgesetzt die Sonne scheint noch: sie beleuchet die gegenüberliegenden Felsformationen und gibt ihnen somit die sagenhaft kräftige Farberscheinung von leuchtendem Rot über Grau, Blau bis hin zu Lindgrün – ein wahres, beeindruckendes Farbspektakel! Nachdem wir uns satt gesehen haben, genehmigen wir uns bei der Rückfahrt wieder etwas Offroad-Spektakel. Und vielleicht genehmigt sich der ein oder andere im Hotel noch schnell eine Erfrischung im Pool, bevor es beim Abendessen ums weitere leibliches Wohl geht.

07.11.2021 – Huacalera – Huacalera
Heute begeben wir uns in eine Sackgasse – und das ganz bewusst: das kleine Dorf Iruya ist unser erklärtes Ziel. Iruya liegt an einem Talende auf knapp 2.800 Metern und ist nur über eine etwa 45 Kilometer lange Piste zu erreichen. Und die ist generell komplett ein dicker fahrerischer Leckerbissen! Sie bietet festen schottrigen Untergrund mit langen Geraden, weitgezogenen Kurven, steilen Anstiegen mit Serpentinen und Furten, die je nach Wetterlage ein kleines Rinnsal, aber auch ein breiter und stark strömender Bach sein können. Den Höhepunkt und etwa
die Hälfte der Strecke markiert der Scheitelpunkt des Abra el Condor auf exakt 4.000 Meter. Die weitere Strecke nach Iruya verwöhnt uns nicht nur fahrerisch, sondern auch landschaftlich ziemlich stark. Es ist schwer zu entscheiden, wann und wo der richtige Moment, der richtige Ort ist, um stehen zu bleiben und Fotos zu machen. Es sind einfach zu viele Optionen und Möglichkeiten … In Iruya angekommen gönnen wir uns erstmal ein Mittagessen mit regionalen Köstlichkeiten, zu deren Verdauung wir anschließend einen kleinen Bummel durch das überschaubare Dorf machen können. Und auch hier stellt sich die Frage: was bewegt Menschen, in derartiger Abgeschiedenheit zu leben – und vor allem: wovon? Vom Hotelier erfahren wir, dass der Tourismus auch hier die größte Einnahmequelle darstellt und die meisten der 1000 Einwohner ihren Lebensunterhalt in dieser Branche verdienen. Der Rest lebt offensichtlich von Ackerbau und Viehzucht – in dieser Umgebung sicherlich keine einfache Angelegenheit. Für uns dagegen ist es ziemlich einfach, uns wieder auf den Rückweg zu machen und die Piste neuerlich mit größtem Spaß zu bewältigen. Der Tagesausklang im Hotel könnte mit einem Sprung in den Pool beginnen und mit dem vorzüglichen Abendessen mit anschließendem gemütlichen Beisammensitzen enden …

08.11.2021 – Huacalera – Susques
Heute fahren wir zunächst wieder nach Süden, um dann aber den Schlenker nach Westen zu vollführen. Die Straße ist gut ausgebaut, bietet klasse Grip und auch fürs Auge ist einiges geboten! Wir passieren Purmamarca und können uns neuerlich am grandiosen Farbenspiel der umgebenden Felsen erfreuen. Für den absoluten Fahrspaß sorgt dann aber einer der interessantesten Pässe der Region: La Cuenta de Lipan, der „Abhang“ von Lipan. Was in der Übersetzung so unspektakulär klingt, bietet uns in der Realität ganz Gegenteiliges: spektakuläre Straßenführung und ebenso spektakuläre Ausblicke auf eine sagenhafte Landschaft. Und wieder stellt sich die bekannte Frage: wo bleibe ich fürs nächste Foto stehen – die Angebote sind sooo vielfältig. Wir werden dieses „Problem“ aber mit Sicherheit zu aller Zufriedenheit lösen und uns einfach weiter an der tollen Straßenführung und dem guten Asphalt erfreuen. Auf knapp 4.200 Metern erreichen wir die Passhöhe und sehen nach ein paar Metern auch schon die weitere Straßenführung, die uns wieder mal mit schönen langgezogenen Kurven erwartet. Wer genau hinsieht, entdeckt in der Ferne bereits unser nächstes Ziel und Highlight: „Las Salinas Grandes“ – die großen Salzpfannen. Dort erwartet uns zum Mittagessen auf immerhin noch über 3.000 Metern Höhe ein wirklich einmaliges Erlebnis!! Und die weitere Route bietet uns von hier wiederum bestens ausgebaute Straßen mit dem gewünschten Grip für unseren Fahrspaß, den wir bis in unser Hotel in Susques haben werden.

09.11.2021 – Susques – San Pedro de Atacama
Nach einer hoffentlich erholsamen Nacht – wir schlafen immerhin auf 3.600 Metern über NN – können wir uns auf den heutigen Tag richtig freuen. Nicht nur, weil die Straßenführung wieder den täglichen Fahrspaß verspricht, sondern auch, weil wir heute Teile der weltbekannten Atacama-Wüste durchqueren und hier unseren absoluten Höhenrekord aufstellen werden: 4.800 Meter wird uns das Navi anzeigen! Und spätestens jetzt werden wir froh sein, uns in den vergangenen Tagen mit Lutschen und Kauen der Coca-Produkte gegen Kopfschmerzen und
Schwindelgefühle gewappnet zu haben. Bevor wir jedoch diese Höhen erklimmen, passieren wir erstmal am Paso de Jama die Grenze nach Chile und bewegen uns von nun an für die nächsten ca. 120 Kilometer permant in Höhen von deutlich über 4.000 Metern. Die Straße bietet uns eine klasse Fahrspur, die uns auch wegen der extrem langgezogenen Kurven verleitet, auch deutlich über den erlaubten 100 km/h unterwegs zu sein. Trotzdem bleibt Zeit und Konzentration genug, um die Schönheiten dieser kargen Landschaft ausgiebig zu genießen und auch
den ein oder anderen Fotostopp einzulegen. Wir passieren den Salar de Loyoques, einen weitläufigen Salzsee, und dessen doch etwas entfernte „Nachbarin“ – die Caldera La Pacana – und vielleicht sehen wir an einem der Seen sogar eine Handvoll der dort lebenden Flamingos. Seltsame und bizarr verloren in der kargen Landschaft stehende Gesteinstürme werden wir bestaunen, ebenso wie den beeindruckenden Vulkankegel des Juriques, der sich allerdings schon auf bolivianischem Territorium befindet. Sind wir in seiner Nähe, eröffnet sich auch schon der Wahnsinnsblick in die deutlich tiefer gelegene Ebene, in der als nächstes Ziel schon San Pedro de Atacama auf uns wartet. Inmitten dieses Tourismus-Zentrums beziehen wir für die nächsten beiden Nächte unser Hotel und lassen es uns gut gehen.

10.11.2021 – San Pedro de Atacama – San Pedro de Atacama
Die kleine Ortschaft, die mit den umliegenden noch kleineren Gemeinden auf gerade mal etwa 5.000 Einwohner kommt, hat sich mit ihrer Lage inmitten der Atacama-Wüste zu einem Zentrum für Weltenbummler und Touristen entwickelt. Bei einem Bummel durchs Zentrum ist dies sofort spürbar: ein Touranbieter neben dem nächsten lockt mit speziellen, einzigartigen Erlebnissen und buhlt um die Gunst der Kunden. Wir haben nun heute auch die Wahl: einfach mal entspannen, im Hotel am Pool faulenzen, durch den Ort spazieren – das ist die eine Möglichkeit. Eine zweite bietet ein anderes Extrem: Früh aufstehen und mit dem Bus etwa eineinhalb Stunden zu den Geysiren von El Tatio zu fahren. Die liegen etwa 2.000 Meter höher als San Pedro de Atacama in einer Anden-Hochebene und sind damit die höchstgelegenen Geysire der Welt. Das Besondere zudem ist, dass sie während des Sonnenaufgang besonders aktiv sind, da zu dieser Zeit das gefrorene Wasser der Umgebung auftaut und entsprechend „Nahrung“ bereit stellt. Was ebenfalls besonders sein dürfte: wer der morgendlichen Kälte trotzt, kann in einem besonderen Becken ein Thermalbad nehmen! Und allen, denen dies zu frisch und ungemütlich ist, können beim Stopp am Rückweg bei den Quellen von Puritama doch noch ihr Naturbad nehmen. 30°C warmes/heißes Wasser entspringt hier der Erde und sammelt sich in einigen Becken zu angenehmen „Badewannen“. Als dritte Möglichkeit besteht allerdings natürlich auch, den Tag mit Motorradfahren zu verbringen: Das Valle de la Luna (das Mondtal) bietet sich als Ziel an, ebenso wie die kurvenreiche „Dead-End“-Straße nach Rio Grande, mit einem Abstecher ins Valle del Arcoiris, das uns ein ähnliches Farbenspektakel bietet, wie wir es bereits in der Region um Huacalera erlebt haben. Egal, wofür wir uns entscheiden: jede Entscheidung wird die richtige sein und uns ein unvergessliches Erlebnis bescheren.

11.11.2021 – San Pedro de Atacama – Purmamarca
Von Anfang an wird uns heute der bolivianische Juriques der erste große Wegweiser sein, wenn wir uns auf den Rückweg nach Argentinien machen. Gezwungenermaßen nehmen wir die Route, auf der wir vor zwei Tagen hierher gekommen sind; es ist nämlich die einzige, die uns dahin bringt, wohin wir wollen. Und obwohl wir das alles ja schon gesehen haben, eröffnen sich in umgekehrter Fahrrichtung vollkommen neue An- und Aussichten, so dass es in keinster Weise langweilig wird – im Gegenteil: wir können es „krachen“ lassen und die Fahrt genießen. Bei
Salinas Grandes bietet sich nochmal ein kleiner Fotostopp an, bevor es im uns wohlbekannten Pastos Chicos heißt: Es ist angerichtet, hereinspaziert zum Mittagessen. Und das heißt, dass wir an diesem Tag nicht hier übernachten werden, sondern uns nach der Essensrast wieder „auf die Reifen“ machen werden. Purmamarc heißt das heutige Tagesziel. Auf dem Weg dorthin dürfen wir uns nochmal an La Cuenta de Lipan mit der atemberaubenden Straßenführung und den fantastischen Ausblicken erfreuen. Und auch hier werden wir feststellen, dass sich durch die umgekehrte Fahrtrichtung völlig neue Perspektiven und Erkenntnisse ergeben. Klar, dass wir auch dies alles genießen und am Abend in unserem herrschaftlich-komfortabel-luxuriösen Hotel den Tag mit Stil beenden.

12.11.2021 – Purmamarca – Salta
Der letzte Fahrtag steht uns bevor und den wollen wir nochmal so richtig genießen. Die Distanz bis zu unserem Hotel in Salta ist nicht weit, so dass wir, um uns wirklich nochmal Fahrspaß vom Feinsten zu geben, von San Salvador de Jujuy wieder die „alte“ R9 nehmen und uns nochmal schwindelig fahren! Kurz hinter El Carmen können wir entscheiden, ob wir uns auch nochmal das Offroad-Feeling geben wollen. Eine einfach zu fahrende Piste mäandert sich auf einer Länge von etwa 17 Kilometern um den Maderas-Stausee und verspricht nochmal „Pistengaudi“. Schnell sind wir dann aber auf der R9 auch schon in Salta und verabschieden uns in unserer komfortablen Unterkunft von unseren Bikes. Die Küchengeister des House of Jasmines bereiten uns für unseren letzten gemeinsamen Abend zum Abschied ein opulentes Asado, das typisch argentinische Grillvergnügen, und sorgen so mit Sicherheit für einen mehr als gelungenen und würdigen Abschluss dieser Motorradreise.

13.11.2021 – Salta/Buenos Aires /Heim …
Da wir nur den „berühmten“ Katzensprung vom Flughafen entfernt sind, sind wir in keiner Weise irgendwie in Eile, um dorthin zu kommen. Unser Flug nach Buenos Aires ist so gewählt, dass wir in der Hauptstadt am Flughafen ohne jeglichen Stress den jeweiligen Heimflug erreichen werden. Die langen Stunden im Flieger werden dann allerdings wahrscheinlich wirklich „wie im Flug“ vergehen – haben wir doch genügend „Material“, um uns die Erfahrungen und Erlebnisse der letzten Tage als willkommenen Zeitvertreib ins Gedächtnis zu rufen …

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